Die Journalistin und TV‑Moderatorin Lea Reinhard und ihr Vater, der Journalist Michael Reinhard stellten zu Beginn kurz ihr Podcast-Projekt „Sterben und Trauern“ vor, in dem sie mit verschiedenen prominenten Personen über den Verlust geliebter Menschen und ihren Umgang mit der Trauer sprechen.
Einer dieser Gesprächspartner war der Benediktinerpater Anselm Grün, der an diesem Abend vor Ort im vollbesetzten Saal des CPH war. 200 Gäste lauschten hochkonzentriert dem Gespräch über ein Thema, das man doch sonst am liebsten verdrängt.
Pater Anselm Grün, einer der bekanntesten zeitgenössischen spirituellen Autoren im deutschsprachigen Raum, sprach mit den beiden Reinhards über seine eigene Trauererfahrung und die Frage, wie Trauer Raum im täglichen Leben finden kann, was Halt gibt, wenn Gewohntes wegbricht, und was dabei hilft, um Schritt für Schritt weiterzugehen.
„Trauer ist Liebe, die keinen Ort mehr findet“
So fasst Anselm Grün das manchmal überwältigende, manchmal hilflos machende Gefühl in Worte, das Menschen ergreift, die eine geliebte Person verloren haben.
In ihren vielen Gesprächen zum Thema Trauer hat sich für Lea und Michael Reinhard herauskristallisiert, dass Trauer kein Problem ist, das gelöst werden muss. Sondern ein Weg, den man gehen lernt. Und auch, dass Zuhören manchmal der größte Trost ist, den man Trauernden bieten kann. Einfach da sein und zuhören. Immer wieder.
Gesprächen über Tod und Trauer Raum geben
Selten kommen am Ende einer Veranstaltung so viele Fragen oder Beiträge aus dem Publikum wie an diesem Abend. Teils sehr emotional und bewegend von persönlich Betroffenen, teils eher aus professioneller Sicht von Menschen, die in seelsorgerischen Berufen arbeiten.
Auch untereinander kam es zum Austausch: Zum Beispiel nannten auf die Frage, „warum sind Friedhöfe so abgeschottet? Wie könnte man sie mehr ins Leben integrieren?“ zwei Personen im Publikum Friedhöfe, auf denen regelmäßig ein mobiles Café Station macht.
Eine Gesellschaft, die Tod und Trauer tabuisiert, grenzt die Trauernden aus und verstärkt deren Leid. Dieser Abend im CPH zeigte: Über Trauer zu sprechen, nimmt zwar nicht den Schmerz, aber manchmal die Einsamkeit. Deshalb braucht es mehr Räume, in denen über Tod und Trauer gesprochen werden kann. Damit niemand mit seinen Gefühlen alleine bleiben muss.
Hoffnung trotz allem
In ihren zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen sind Lea und Michael Reinhard immer zur gleichen Erkenntnis gelangt: So schmerzhaft ein Verlust auch war, „in der Regel, am Ende der Trauer – egal wie lange sie dauert - wartet auf dich ein neues Leben 2.0! Das alte ist erledigt, aber es wächst auch etwas Neues und es geht weiter“.
Der berührende Abend, spiegelte die von der Dichterin Hilde Domin in Worte gefasste Hoffnung wider, dass „die verlierbaren Lebenden und die unverlierbaren Toten … ganz nahe bei deinem Herzen“ sind - so der stellvertretende Akademiedirektor Claudio Ettl in seinen Dankesworten.
Danke an Lea und Michael Reinhard sowie an Pater Anselm für eine wohltuende und intensive Begegnung.
---
Die Veranstaltung war Teil einer Lesereise von Lea und Michael Reinhard zu ihrem Buch „Mit der Trauer weiterleben – Gespräche über persönliche Verlusterfahrungen“ (Herder, 2026), das durch den Podcast „Sterben und Trauern“ entstanden ist.
---
Das Bistum Eichstätt berichtete am 5. Juli 2026 in der Sendung „Der Sonntagmorgen“ über die Veranstaltung. Die Sendung kann hier nachgehört werden: Bericht von Minute ca. 4:07 bis 7:24
Außerdem ist auf unserem YouTube-Kanal ein kurzer Beitrag der Katholischen Stadtkirche Nürnberg über die Veranstaltung zu finden.






