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Pirckheimer-Tag zum Thema „Gute Geschichten“

Akademie CPH verlieh Pirckheimer-Preise an Straßenkreuzer, Medien PRAXIS und Paulus-Schwestern, das Dankeszeichen der Akademie ging an Thomas Ohlwerter

Alljährlich im März lädt das Caritas-Pirckheimer-Haus zum Pirckheimer-Tag und erinnert damit an den Geburtstag seiner Namenspatronin Caritas Pirckheimer. Dieses Jahr fiel der Festtag auf den 21. März – und damit genau auf den 559sten Geburtstag der klugen Ordensfrau. Im Vespergottesdienst in St. Klara im Rahmen des Pirckheimer-Tags nahm der Bamberger Generalvikar Georg Kestel das Motto des Tages (und des Sommersemesters der Akademie CPH) auf:  „Gute Geschichten! – Die Sehnsucht danach ist noch viel größer als die Erfahrung der vielen schlechten Nachrichten, die uns täglich erreichen. Gute Geschichten haben wir so nötig wie nie zuvor. Nicht als Beschönigung oder Verdrängung des Negativen, sondern als Hinweise auf das Andere, das Gute, das Mögliche, das Alternative, das es immer auch noch gibt. Das CPH-Halbjahresprogramm 2026 legt für diese Initiativen ein beredtes Zeugnis ab – immer in der Hoffnung, dass Erzählungen und Geschichten etwas bewirken können, woran wir als Bibel-Menschen fest glauben und dementsprechend zu wirken versuchen. Und das ist nicht nur eine Illusion." Er beendete seine Predigt mit einer hoffnungsvollen Aussicht: „Die guten Geschichten tragen wir in uns und sie geben uns Mut. Die guten Geschichten gehen uns voraus und warten darauf, sie zu erzählen und zu bewahrheiten.“

Das Team der Akademie gestaltete den Gottesdienst mit Lesungen und Fürbitten mit, Anna Maria Hübner (Violine) und Andy Tirakitty (Orgel) begleiteten den Gottesdienst mit bewegenden Melodien. 

Festakt mit Verleihung der Pirckheimer-Preise

Nach dem Gottesdienst fanden sich rund 200 Gäste im Caritas-Pirckheimer-Haus zum Festakt mit der Verleihung der Pirckheimer-Preise ein. In seiner Begrüßung griff Hausherr Siegfried Grillmeyer das Thema auf: „Wir benötigen gute Geschichten gegen die bedrückenden Nachrichten, gegen das Negative. Positive Geschichten stärken unsere Gesellschaft.“ In  diesem Sinne wurden drei Institutionen geehrt, die alle für gute Geschichten in der Region stehen:   

Das Sozialmagazin Straßenkreuzer wurde für seine qualitativ hochwertigen Reportagen und das „unermüdliche Engagement des Straßenkreuzer-Teams und aller Beteiligten für die Teilhabe von Menschen am Rande der Gesellschaft und das Schreiben ‚guter Geschichten‘" gewürdigt. Das Magazin Straßenkreuzer und das engagierte Team dahinter stehen seit über 30 Jahren für gelebte Solidarität als Bewältigungshilfe und zentraler „Baustein“ einer funktionierenden Gesellschaft, so Diana Löffler und Martin Stammler vom CPH in ihrer Laudatio. Yasmin Pohl, Severine Wahl und Alisa Müller von der Straßenkreuzer-Redaktion nahmen den Preis gemeinsam mit dem Grafiker des Magazins, Wolfgang Gillitzer, und dem Vorsitzenden des Straßenkreuzer e.V., Walter Grzesiek, entgegen: „Wir fühlen uns geehrt und sind sehr stolz darauf, den Pirckheimer-Preis zu erhalten. Er zeigt, dass unser Magazin Armut nicht nur thematisiert, sondern Menschen am Rand der Gesellschaft sichtbar macht, mit starken, hochwertigen journalistischen Geschichten. Als kleines, engagiertes Team greifen wir Themen auf, die in der Stadtgesellschaft sonst oft wenig Beachtung finden und produzieren den Straßenkreuzer jeden Monat mit großer Leidenschaft. Dass wir viel Wertschätzung erfahren, bestärkt uns.“

Mit dem Verein Medien PRAXIS wurden Medienschaffende geehrt, die ebenfalls seit über 30 Jahren genau hinsehen, zuhören, Geschichten sichtbar machen, die sonst oft im Hintergrund bleiben. Die Menschen hinter Medien PRAXIS e.V. dokumentieren soziale Fragen, kulturelle Entwicklungen, historische Perspektiven, Migration und ökologische Herausforderungen. Die so entstehenden Beiträge von Julia Thomas, Thomas Steigerwald, Cherima Nasa, Norbert Goldhammer und Peter Romir sind unter dem Namen „point Reportage“ sonntags um 19:30 Uhr auf der Frequenz von Franken Fernsehen zu sehen. Marica Münch und Franziska Seitz von der Akademie CPH: „Die Arbeit von Medien PRAXIS e. V. erinnert uns daran, was guter Journalismus leisten kann: Menschen sichtbar machen, Missstände benennen und neue Perspektiven eröffnen."

Das Team der Medien PRAXIS über die Auszeichnung: „Als wir gehört haben, dass wir den Pirckheimer-Preis bekommen, haben wir uns wirklich sehr gefreut, dass wir und „unsere Geschichte“ – 30 Jahre Engagement für unabhängigen nichtkommerziellen Journalismus – gesehen und gewürdigt werden. Dass es sich lohnt, mit hohem ehrenamtlichen Einsatz und manchmal auch sehr langem Atem Reportagen, Dokumentationen und Portraits zu produzieren, die sich die Zeit nehmen, Menschen und ihre Geschichten für die Zuschauenden sichtbar und nachvollziehbar zu machen.“

Der dritte Pirckheimer-Preis ging an die Paulus-Schwestern, die in Nürnberg zuallererst mit der Paulus-Buchhandlung und dem davor stehenden Papst in Verbindung gebracht werden. 
In der Laudatio von Claudio Ettl, CPH, hieß es: „Gute Geschichten – dieser Begriff ist nichts anderes als die wörtliche Übersetzung des griechischen Wortes „Evangelium“. Das Evangelium ist eine gute Geschichte und es erzählt gute Geschichten. Durch ihr unermüdliches und selbstloses Wirken tragen die Paulus-Schwestern dazu bei, die gute Geschichte und die guten Geschichten des Evangeliums weiterzugeben. Dies tun sie mit den Mitteln der modernen Medienkommunikation und wenden sich so immer wieder Zielgruppen zu, die durch die traditionellen Wege der Verkündigung nicht oder nicht mehr erreicht werden. Sie verbreiten das Wort – und werden selbst anderen zum Wort. Sie erzählen gute Geschichten – und sind selbst eine gute Geschichte.“ Schwester Christine Hirsch, Regionaloberin der Paulus-Schwestern in Deutschland, und ihre Mitschwestern Maria, Helene und Agnes nahmen den Preis entgegen. „Wir freuen uns sehr über den Pirckheimer-Preis, vor allem, weil er zum Thema gute Geschichten verliehen wird. Gute Geschichten von Gott den Menschen zu erzählen, das ist unsere Mission. Wir erzählen sie für alle Menschen und mit allen Medien: Büchern, Social Media, Film, Begegnung."

Dankeszeichen an Thomas Ohlwerter

Das Dankeszeichen der Akademie CPH wird Personen oder Initiativen verliehen, die dem Caritas-Pirckheimer-Haus seit vielen Jahren verbunden sind. Im Jahr 2026 geht es an Thomas Ohlwerter, Leiter des Schulreferats der Katholischen Stadtkirche Nürnberg. Er ist er unter anderem zuständig für den katholischen Religionsunterricht an Grund-, Mittel- und Förderschulen im Nürnberger Stadtgebiet. Als Vertreter des Schulreferats wirkt er in der Kommission für interreligiösen Dialog des Erzbistums Bamberg mit und bringt dort die schulische Perspektive ein. Und in der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Franken (GCJZ) setzt er sich für den interreligiösen Dialog ein und baut Brücken zwischen Schulen und jüdischen Institutionen. Er engagiert sich insbesondere für den von der GCJZ seit 2014 vergebenen Etz-Chaim-Schulpokal – einen Wanderpokal, der an eine Schule vergeben wird mit dem Auftrag, in einem Schuljahr Projekte zum Themenkreis „Verständigung der Religionen“ zu entwickeln. Dafür erhielt er 2017 den Bürgerpreis des Bayerischen Landtags.

Die Laudatio hielt Akademieleiter Dr. Siegfried Grillmeyer, der betonte, Ohlwerter bereichere auch die Arbeit des CPH:
„Wer mit Thomas Ohlwerter arbeitet, erlebt einen Menschen, der fachliche Expertise mit Herzlichkeit verbindet. Er kennt die Herausforderungen der Lehrkräfte und Schüler und schafft Räume für Reflexion und Stärkung. Seine Arbeit verkörpert eine Kirche, die sich in Schule und Gesellschaft engagiert. In Zeiten, in denen Religion und Bildung vielfältige Anfragen erhalten, gibt er Orientierung – klar, einfühlsam und glaubwürdig. Deshalb verleihen wir Thomas Ohlwerter heute das Dankeszeichen der Akademie CPH. Als Dank für exzellente Zusammenarbeit, verdienstvolle Beiträge zur Religionspädagogik und unermüdliches Engagement für Nürnbergs junge Generation.“ 

Thomas Ohlwerter, der zur Feierstunde von seinen beiden Enkelkindern begleitet wurde, meinte, gerade die Kinder und die Jugend seien ihm immer wieder Motivation für seine Arbeit. Sein Anliegen sei, dass sie eine gute Zukunft haben können, und dass sie nicht in der Welt der digitalen Medien verloren gingen.

Die Preisverleihung wurde musikalisch virtuos und festlich begleitet von Johann Jeon (Violoncello), Yinqi Lei (Klavier), Manuela Ruiling Hanebuth (Klavier) -Schüler:innen der Nürnberger Labenwolf-Gymnasiums.  

Der Tag klang aus im Speisesaal des CPH mit einem Fly-in Buffet voller leckerer Köstlichkeiten aus der CPH-Küche und vielen angeregten Gesprächen.

Blick in die Klarakirche

© CPH

Generalvikar Georg Kestel in der Klarakirche © Ferdinand Lenk

Begrüßung zum Pirckheimer-Tag © CPH

Alle Preistragenden des Pirckheimer-Preises versammelt © CPH

Die Paulus-Schwestern wurden ausgezeichnet © Ferdinand Lenk

Das Redaktionsteam der Medien PRAXIS mit Marica Münch (links) und Siegfried Grillmeyer © CPH

Das Straßenkreuzer-Team wurde geehrt © CPH

Dankeszeichen für Thomas Ohlwerter, Leiter des Schulreferats der Katholischen Stadtkirche Nürnberg © Ferdinand Lenk

Ein Blick auf die Speisekarte

Ein Blick auf die Speisekarte © CPH

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