Antworten gibt es heute im Überfluss. Kommentare, Einschätzungen und Gewissheiten erreichen uns im Sekundentakt.Doch welche Fragen sind eigentlich die richtigen?Mit der neuen edition fragezeichen, herausgegeben von Dr. Siegfried Grillmeyer und entwickelt an der Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus (CPH) Nürnberg, entsteht ein neuer Denkraum für Themen unserer Gegenwart.
Die Reihe versammelt Essays, die die relevanten Fragen unserer Zeit stellen, statt vorschnelle Gewissheiten zu liefern. Zum Auftakt erscheinen drei Bände renommierter Autoren sowie ein Notizbuch für die
eigenen Gedanken der Leserinnen und Leser. Gemeinsam ist ihnen der Versuch, vertraute Themen aus neuen Perspektiven zu betrachten und Debatten anzustoßen.
Die edition fragezeichen bringt Persönlichkeiten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen zusammen: aus Politik, Journalismus, Kultur, Wissenschaft und Religion. Sie schreiben aus ihrer fachlichen Expertise heraus, lassen zugleich aber auch persönliche Erfahrungen und biografische Perspektiven einfließen. So entstehen Essays, die Orientierung ermöglichen, ohne Komplexität zu reduzieren.
In „Was hält die Stadt zusammen?“ untersucht der ehemalige Nürnberger Oberbürgermeister und langjährige Präsident des Deutschen Städtetags Ulrich Maly, wie Zusammenhalt in einer vielfältiger, unübersichtlicher und politisch verletzlicher gewordenen Gesellschaft gelingen kann. Ausgehend von seinen Erfahrungen in Nürnberg analysiert er Migration, soziale Ungleichheit, den öffentlichen Raum und den Zustand der Demokratie. Sein Essay versteht die Stadt nicht nur als Verwaltungs- und Wirtschaftsraum, sondern als Heimat, Resonanzraum und Labor des Zusammenlebens.
Michael Husarek, Chefredakteur der Nürnberger Nachrichten, fragt in „Stirbt die vierte Gewalt?“, welche Zukunft unabhängiger Journalismus in einer digitalen Medienwelt hat. Tageszeitungen und öffentlich-rechtlicher Rundfunk galten lange als tragende Säulen der demokratischen Öffentlichkeit. Angesichts sozialer Medien, wirtschaftlichen Drucks, Desinformation und Fake News stellt sich die Frage neu, welche Rolle privat finanzierte Medien künftig für die Demokratie spielen können. Der Essay analysiert die Veränderungen im Verhältnis von Politik, Medien und Öffentlichkeit und entwirft Perspektiven für einen zukunftsfähigen Qualitätsjournalismus.
Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Bayreuther Festspiele widmet sich Bernd Buchner in „Ist Wagner Kunst oder Religion?“ einem einzigartigen kulturellen Phänomen. Bayreuth war stets mehr als ein Ort der Musik: Hier begegnen sich Kunst, Politik und Religion. Buchner untersucht Richard Wagners Idee einer „Kunstreligion“, fragt nach den religiösen, häretischen und blasphemischen Dimensionen seiner Werke und beleuchtet, wie Kirche und Theologie auf diese Tradition blicken. So entsteht eine ebenso kulturhistorische wie religionsgeschichtliche Bestandsaufnahme.

